17. Juni 1953 - Da war doch was !? (2)

 Alles nur Geschichte(n)? Leben im doppelten Deutschland

Am 17. Juni 2016 jährt sich der Volksaufstand in der DDR zum 63. Mal. Damals, im Jahr 1953 gingen rund eine Million Menschen in mehr als 700 Städten und Gemeinden in der DDR auf die Straße. Was als Protest gegen Arbeitsnormen begann, wurde schnell zu einer Demonstration für mehr politische Freiheit um gegen die miserablen Lebens- und Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Die DDR-Regierung hatte die Lage nicht mehr im Griff, die russische Besatzungsmacht übernahm das Kommando und verhängte den Ausnahmezustand. Sie schickten bewaffnete Soldaten und Panzer, 55 Menschen starben.

In Westdeutschland war der 17. Juni ab 1954 bis zur Wiedervereinigung als "Tag der deutschen Einheit" der Nationalfeiertag der Bundesrepublik. Heute sind die Ereignisse bei vielen, insbesondere bei unseren Schülern, die weit nach dem Fall der Mauer geboren wurden, in Vergessenheit geraten.

Das haben wir zum Anlass genommen, einige Aspekte der Deutschen Teilung zu beleuchten.

Die Klassen WIN 10b und WBA 12 besuchten ein Seminar unter der Leitung von Herrn Niels Dehmel. Herr Dehmel kam von der Organisation Politik & Geschichte, Deutsche Gesellschaft e.V., die insgesamt 25 Seminare in ganz Deutschland veranstaltet, in denen das Leben im geteilten Deutschland und die weltgeschichtlichen Rahmenbedingungen interaktiv erörtert werden. Ein großes Lob erhielt Herr Dehmel von einem Bankkaufmann, der den Vortag von Herrn Dehmel „ … als besten Vortrag, den er je gehört hat …“ bezeichnete.

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Mit jährlich über 600 Veranstaltungen in den Bereichen Politik & Geschichte, Kultur & Gesellschaft und EU & Europa gehört die Deutsche Gesellschaft e.V. zu den aktiven über­parteilichen Nichtregierungsorganisationen in Deutschland. Vorsitzende des Vereins sind Lothar de Maiziere und Franz Müntefering.

Bundesstiftung

Medial begleitet wurde das Seminar durch die Ausstellung "Der Kalte Krieg. Ursachen - Geschichte - Folgen" der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die für drei Wochen in der Aula steht.

Zu dem abschließenden Zeitzeugengespräch konnten wir Herrn Arnold Friedrich begrüßen. Herr Friedrich war von 1979 - 2002 Bürgermeister der Gemeinde Töpen. Zu Töpen gehört das kleine Dorf Mödlareuth, das auch „little Berlin“ genannt wurde. „Little Berlin“ deswegen, weil die innerdeutsche Grenze das Dorf in zwei Teile zerschnitt, den bayerischen Teil und den thüringischen Teil von Mödlareuth.

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Herr Friedrich berichtete aus dem Alltag im geteilten Deutschland und von seinen Erfahrungen nach der Maueröffnung als Verwaltungsbeamter in Thüringen und als ehrenamtlicher Bürgermeister in Bayern. Nachdem Herr Friedrich viele Schülerfragen beantwortet hatte fasste er wesentliche Aspekte seiner damaligen Lebenssituation zusammen: „Ich bin mit der Grenze aufgewachsen und sah die Grenzbefestigung wie ein Meer ohne Kahn – man kommt nicht rüber. Ich hatte das Glück 1 km westlich der Grenze geboren zu werden, wenn ich östlich der Grenze geboren worden wäre, hätte ich wahrscheinlich auch mitgemacht.“

Vielen Dank allen Beteiligten für diese interessanten Begegnungen.

 Trappe

Sozialkundefachbetreuer

http://www.mittelbayerische.de/region/neumarkt/gemeinden/neumarkt/so-war-das-damals-in-little-berlin-22797-art1392963.html

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